Du hast es sicherlich auch mal probiert. Du hast wahrscheinlich schnell Erfolge damit erzielt. Doch genau so schnell stelltest du fest, dass die ganze Mühe – mehr oder weniger – umsonst war. Die Rede ist von Diäten.

Auch ich habe in den vergangenen Jahren viel herum experimentiert und wahrscheinlich schon jede Trenddiät gestartet. Die verrücktesten Mittel gelten plötzlich als höchsteffektiv – so wird es zumindest von den Fitness-Konzernen gepredigt.

Mit der Zeit fand ich allerdings heraus, warum man an Diäten immer, und ich betone, wirklich immer scheitert. Sie alle verbindet nämlich etwas, was unsere Psyche früher oder später Alarm schlagen lässt: Diäten arbeiten mit strikten Verboten.

Schon bei Adam und Eva war es so, dass ein Verbot einen viel größeren Reiz in ihnen auslöste, als etwas, was für sie stets zugänglich war. In der Ernährungspsychologie spricht man dabei von „Reaktanz“. Das beutetet, dass wenn wir uns zwingen, bestimmte Nahrungsmittel komplett aus unserem Plan zu streichen, vermutlich genau das Gegenteil passieren wird. Wir denken rund um die Uhr an diese „verbotene Frucht“ und können keinen klaren Gedanken mehr fassen. Unser Widerstand gegen die Einschränkungen nimmt immer weiter zu, bis unser Wille gebrochen ist und wir nachgeben. Aber natürlich nicht auf die einfache Tortur, denn der Körper holt sich am besten mit einem Schlag all das zurück, was wir ihm zuvor verwehrt haben. Und der Teufelskreis beginnt erneut.

Ein weiterer Aspekt, weshalb Crash-Diäten kontraproduktiv wirken ist, weil sie unrealistische Ziele in einem unrealistisch kurzem Zeitraum versprechen. Sie funktionieren ganz nach dem Prinzip „Mach es GENAU so, wie es hier steht. Und wenn du es nicht schaffst, hast du etwas falsch gemacht und bist selbst Schuld“. So ein Bullshit…

Auf neuropsychologischer Basis schadet es uns nämlich erheblich, wenn wir unsere angesteckten Ziele nicht erreichen. Wir fühlen uns als Versager. Dieses Gefühl löst letztlich unheimlichen Stress in uns aus. Und dieser Stress wiederum, setzt jede Menge von dem Stresshormon Cortisol frei, welches den Appetit anregt – so sind erneute Fressattacken das Resultat.

Achte auf deinen Körper und lebe bewusst

Wenn du also eine Gewichtsreduktion erreichen möchtest, die auch langfristig anhält, solltest du dir ein realistisches Ziel setzen. 3 kg in einer Woche sind zwar auf den ersten Blick machbar. Unrealistisch wird es aber dann, wenn es heißt, das Abnehmtempo zu halten und es in dieser Form fortzuführen. Lass deinem Körper also die Zeit, die er auch wirklich benötigt und setze dich nicht all zu sehr unter Druck.

Hinsichtlich dessen spreche ich nur aus Erfahrung. Denn bis zu meiner eigenen Lebens- und Ernährungsumstellung, bin ich ebenfalls einen langen Weg gegangen, um zu verstehen, worauf es dabei wirklich ankommt. 
Aufgrund dessen habe ich mir damals ein Notizbuch mit einem bunten Elefanten zugelegt. Es erinnert mich an eine indische Saga, in der man dieses mächtige Tier als „den geduldigen Riesen“ bezeichnet.

Geduld scheint mir bei dem Thema Abnehmen passend, denn ich kann dir wiederholt nur ans Herz legen, dich nicht zu hetzen. Wenn du das einhältst und deine Vorsätze nicht überstürzt, ist die Chance auf anhaltenden Erfolg viel größer. So sind kleine Veränderungen, die du über einen langen Zeitraum einhalten kannst, viel bedeutender, als gewaltige Veränderungen, die mit großem Aufwand verbunden sind und dich überfordern.

Aber mit welchen Veränderungen sollte ich denn nun beginnen?

Diese Frage stellen wir uns alle zu Beginn. Am naheliegendsten ist natürlich die Option, gar nichts mehr zu essen oder aber die „bösen“ Kohlenhydrate komplett aus seinem Plan zu verbannen. Doch dann tritt genau der Effekt ein, den wir gerade oben besprochen haben – also weniger ratsam.

In zahlreichen Beiträgen wird erwähnt, dass eine „bewusste“ Ernährungsweise der Schlüssel zum dauerhaften Erfolg sei. Deshalb sollten wir uns zuallererst bewusst machen, was „bewusst“ eigentlich bedeutet.

Wenn man etwas „bewusst“ unternimmt, passiert diese Handlung mit Absicht. Wir verrichten etwas willentlich. Wenn ich zur Uni eile und mir auf dem Weg schnell in der Bäckerei meinen täglichen Espresso und ein Teilchen hole, passiert dies nicht mehr bewusst, sondern völlig automatisiert. 
Denn ein Verhaltensmuster, das wir oft wiederholen, speichert sich in den Basalganglien ab und wirkt dann so etwa wie ein Dauerauftrag bei der Bank.

Um es vielleicht ein wenig kompakter zu fassen: Die Basalganglien liegen unter der Großhirnrinde und kontrollieren in erster Linie all unsere täglichen Verhaltensroutinen, über die wir nicht mehr bewusst nachdenken, während wir sie ausführen. Darunter fallen simple Dinge wie das Gehen oder das Zähneputzen, doch auch die Art und Weise wann wir essen, was wir essen und wie viel wir essen. Basalganglien funktionieren quasi wie ein Autopilot.

Eine Verhaltensroutine ganzheitlich zu unterbrechen, ist leider nur mit viel Aufwand und Willenskraft möglich. Und selbst dann besteht immer noch die Gefahr, dass man früher oder später wieder in alte Muster verfällt. 
Deshalb sollte man der entsprechenden Gewohnheit nur mit kleinen Veränderungen entgegenwirken. Also das Verhalten durch ein anderes, passenderes Verhalten ersetzen. Statt meines Espresso-Teilchen-Rituals greife ich heute beispielsweise lieber zu einem Espresso mit Obstgebäck oder Trockenfrüchten.

Genau so wird sich sicherlich auch bei dir die ein oder andere Essgewohnheit eingeschlichen haben, die mittlerweile einfach zu deinem Alltag gehört. Sei es das Glas Wein am Abend, wenn du Feierabend hast. Die Schokolade, die dir Trost nach einem anstrengenden Tag spendet. Oder die Chips, von denen du versehentlich eine gesamte Packung isst, während du den Bachelor anschaust.

Mache das Glas Wein, zu einer Kanne vollmundigem Früchtetee, die Schokolade zu frischem, buntem Obst und die Chips zu knackigen Nüssen und Gemüsesticks.

Trotz der Veränderung wird es sich genau so gut anfühlen wie zuvor, versprochen! Denn einer Gewohnheit nachzugehen, aktiviert unser Belohnungssystem. Wenn wir unser Gehirn nun zu unseren Gunsten austricksen und es schaffen, dass eine Umprogrammierung von statten geht, profitieren wir in allen Hinsichten davon.

Warum übrigens Süßigkeiten, Chips und Co. so anziehend auf uns wirken, verrät dir dieser Beitrag. 



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